MME zur geplanten Perry Rhodan-TV-Serie auf dem Perry Rhodan Con 2001
Auch ich war am Samstag, den 08. Juni in Garching und bekam die Designentwürfe zur geplanten Perry Rhodan Miniserie vorgesetzt. Ich sah die Bilder und erlebte die Reaktionen im Saal mit.
Diese Zeilen sind für all jene, die nicht dabei waren, jene, die dabei waren und mich, dem das Thema doch so wichtig ist, dass er auch einfach seinen Senf dazu geben muss.
Eine Fernsehserie um Perry Rhodan ist ein ganz besonderes Thema für jeden Fan, das wohl keinen, der wöchentlich das Perry Rhodan Universum literarisch durchlebt, völlig kalt lässt.
Schließlich sind wir alle gebrannte Kinder, wenn wir an den berühmt berüchtigten Film aus den 60er-Jahren denken.
Es geht um die Visualisierung eines komplexen literarischen Universums, das jeder einzelne mit seinen ganz persönlichen Vorstellungen und Bildern bereits belebt hat. - Kein gutes Gefühl, wenn ein Universum mit ein paar Schwarz-Weiß-Zeichnungen plötzlich zerrissen wird. Aber man kann die Sache nicht nur aus der Sicht des Fans sehen. Eine, zumindest angestrebte, objektive Betrachtung des Themas ist meiner Meinung nach zwingend erforderlich.....
MME - Die Macher
Am Programmpunkt "Die Fernsehserie: PERRY RHODAN wird verfilmt" nahmen neben den Autoren Robert Feldhoff und Uwe Anton, Eckhard Schwettmann, inzwischen bei MME, sowie Kris Karathomas und Marcus Rosenmüller von MME teil. Moderation führte der von vielen CONs bekannte Film- und Fernsehkritiker Robert Vogel.
Zunächst einmal bin ich der Meinung das es sich bei den Leuten um ein sehr professionelles Team handelt, die sich durchaus sehr viele Gedanken zu PERRY RHODAN machten und noch machen werden. Es wurde deutlich, das die Serie kein Schnellschuß werden wird, und auch kein Projekt unter vielen ist, das einfach mal so realisiert werden soll. MME will mit diesem Produkt auf dem SciFi-Filmmarkt Fuß fassen. Sie sind also in jedem Fall bemüht ein handwerklich perfektes Produkt abzuliefern.
Aber sie betrachten die Serie in erster Linie aus einer globalen, marktorientierten Sicht. Sie wollen die Filmserie zwar auch für die Fans machen, aber in erster Linie für einen breiten internationalen Markt. Dabei ist es zwingend erforderlich, diesem Markt gerecht zu werden. Was soll ich dazu sagen? Sie haben recht.
Das Format
Was ich "befürchtet" hatte wurde nun offiziell bestätigt. Wir werden uns nicht einmal die Woche vor dem Fernseher über eine 40-Minutenfolge einer vielteiligen Perry Rhodan - TV-Serie freuen können. Es wurde das Format der Miniserie gewählt - voraussichtlich drei mal 90 Minuten. (Siehe die Dune-Trilogie, die erst kürzlich bei uns lief.)
Begründung: Für den internationalen Markt ist es nicht möglich eine Serie zu produzieren, deren Folgen nur chronologisch ausgestrahlt werden können. War mir nicht so ganz klar, denn zumindest hier bei uns in Good Old Germany, wird zwar manchmal auf ältere Staffeln zurückgegriffen, deren Folgen dann aber in der Regel chronologisch ausgestrahlt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine Serie, wie Babylon 5, die letztlich auch einem weitgespannten Erzählrahmen folgt, mit vollkommen durcheinandergewürfelten Folgen ausgestrahlt wird. Aber gut, ich denke schon, dass man den Markt hier tatsächlich analysiert hat, und dann ist die Entscheidung eine Miniserie zu machen - auch wenn das meiner Meinung nach "nur noch" ein Spielfilm mit Überlänge ist - sicherlich die richtige Entscheidung.
Denn eins dürfte wohl auch jedem noch so eingefleischten Fan klar sein: Für eine gute SF-Serie (oder wollen wir es doch nur noch Film nennen) benötigt man vor allem eines: Viel, viel Geld. Und das ist heute nun mal nur mit internationalem Budget möglich. Deshalb auch gleich zur nächsten eindeutigen Aussage an diesem Tag: Die Serie wird in jedem fall in Englisch gedreht. Trotzdem möchte ich nach wie vor in einigen Hauptrollen Deutsche sehen. Ich fände es einfach schade, wenn unser Perry nicht einmal deutsch kann. Außerdem lassen sich deutsche Schauspieler viel leichter auf die nächsten Cons schleppen. :-)
Wenn wir gerade bei den persönlich Wunschvorstellungen sind: Macht doch aus den 3 mal 90 vielleicht doch 3 mal 120 Minuten bzw. 4 mal 90Minuten. Wenn schon eine Miniserie, will ich wenigstens möglichst viel davon. :-)
Das Design
Jetzt wird's hart. Zunächst gleich einmal vorweg: Was präsentiert wurde, waren erste Entwürfe, keine Storyboard-Auszüge - es ist also noch nicht alles zu spät *schnief*.
Wir sind hier bei einem Punkt, der wohl die meisten im Saal besonders beschäftigt hat und es auch noch heute tut. Ich kann nur von mir sprechen:
Ich bin sehr modern, sehr tolerant und sehr offen für Neues - eben ein typischer Perry Rhodan - Fan. Ich habe ganz klar erwartet, sogar gehofft, dass durch die Visualisierung der Serie viele neue Impulse, auch für das Heftformat entstehen. Ich habe mit Spielereien im Bereich Mode- und Technik-Design gerechnet. Ich habe auch, so wie die Leute von MME es explizit in ihren Aussagen auch anstreben, mit einem ganz besonderem Look gerechnet. Womit ich jedoch nicht gerechnet habe ist eine vollkommene Veränderung des Raumschiffdesigns. Das ist meiner Meinung nach schlichtweg eine Katastrophe! Potenziert wird dieser negative Eindruck noch dadurch, das es sich nicht um irgendein Schiff handelt, sondern um das Schiff der Serie schlechthin: Die SOL.
Seht sie euch an. Man fragt sich unvermittelt, was ist von der Sol eigentlich noch übrig. Das Hauptproblem sehe ich nicht einmal in der proportionalen Veränderung, sondern in der Funktionalen. Wenn die Perry Rhodan Serie etwas für den Film zu bieten hat, ist es die bis ins kleinste Detail durchdachte und die Serie letztlich auch immer wieder bestimmende Technik. Hier wurde die Modulbauweise der SOL, scheinbar auch die Innenarchitektur mit Kommandozentralen im Kugelmittelpunkt, sowie das komplette Antriebssystem der Ringwulsttechnik einfach komplett über Bord geworfen. Das ist mit der Serie auch handlungstechnisch in keiner Weise mehr vereinbar und schlichtweg überflüssig.
Begründung von MME für ein derartiges, oder
ähnliches Design: Die Schiffe der Perry Rhodan Serie wären zweidimensional
angedachte Objekte, für eine dreidimensionale Umsetzung einfach nicht
brauchbar. Man will z.B., auf dem Bild nicht klar erkennbar, die fantastischen
Möglichkeiten von Kamerafahrten durch die Ringkonstruktion im Mittelteil
nutzen. Ich halte das für schlichtweg Blödsinn, auch wenn während der
Diskussion ein Rißzeichner (den Namen weiß ich leider nicht) diese
Argumentation bekräftigt hat.
Man sollte die SOL vielmehr als visuelle Herausforderung sehen. Wir sprechen
hier über ein Kilometerlanges Objekt. Da hat man unzählige Möglichkeiten von
Interessanten Kamerafahrten über eine dem Designer freigestellte
Oberflächengestaltung der Kugelzellen und des Mittelteils.
Hier wird scheinbar zwanghaft versucht einen neuen Look zu erzeugen. dabei wird
vergessen, das die Konstruktion eines Ringwulsttriebwerks ein vollkommen neuer
Look in der Filmwelt IST.
Weshalb muss man unbedingt "durch" die Konstruktion eines Schiffes
fliegen können? Selbst die so filigrane ENTERPRISE wird fast ausschließlich im
Vorbeiflug gezeigt. Konzentriert euch bei MME nicht auf die Entwicklung neuer
Formen, sondern auf die Visualisierung des Detailreichtums gewaltiger Schiffe,
wie sie in allen bisher bekannten Filmuniversum bisher längst einmalig SIND.
Wir reden hier über einen Durchmesser von 2,5 Kilometer nur einer Kugelzelle!
Zeigt die nie gesehenen Schluchten und Aufbauten, die Aggregatblöcke,
Waffentürme und Projektorenberge der Schiffshülle, aber verändert nicht die
Grundstruktur!
Es macht mich geradezu wütend, die erfindungsreiche und professionelle Arbeit der Perry Rhodan Rißzeichner derart mit Füßen zu treten. Wenn man sich Designtechnisch austoben will, kann man das jederzeit bei der Realisierung fremder Raumschiffe tun.
Gerade die Perry Rhodan Serie hat ein unerschöpfliches Potential an Technischen Entwicklungen, die man versuchen sollte umzusetzen, und nicht wegzuwerfen.
Schön fand ich auch die Diskussion mit Robert Feldhoff, die er mit Fans nach seiner offiziellen Gesprächsrunde im kleinen Kreis noch führte. Demnach muss es bereits ein ziemlicher Kraftakt gewesen sein, wenn ich das richtig mitbekommen habe, die Form der Raumschiffskugel überhaupt im Film durchzusetzen. Ich finde das eine katastrophale Einstellung von MME. Gerade wenn man von den Millionen potenziellen Zuschauern weltweit ausgeht, die Perry Rhodan nicht kennen, bietet die Serie längst einen stimmigen neuen Look, den man nur aufzugreifen braucht.
Warum muss man z.B. um alles in der Welt die perfekte, abwechslungsreiche Form einer modernen Space-Jet neu erfinden. Bei diesem Entwurf wurde übrigens besonders deutlich, das man zwanghaft versucht die Form neu zu erfinden, denn im Endeffekt sieht diese neue Space-Jet (habe leider kein Bild davon) funktionell genauso aus wie die alte. Dieser Entwurf gefiel mir persönlich übrigens noch am besten, weil er eben nur mit der funktionellen Form spielt, sie aber nicht fundamental verändert.
Zum modischen Design kann ich nur sagen, weiter so. Hier bin ich gerne bereit mich überaschen zu lassen und ich bin schon sehr gespannt, wie der SERUN in seinen unterschiedlichsten Varianten zu funktionellen Leben erweckt wird.
Dem Einwand eines Fans, warum man denn die Frauen in ihrer Darstellung auf ihre "primären Geschlechtsmerkmale" reduziert habe, konnte ich auch nur im ersten Moment zustimmen. Es ist wohl ziemlich schwer in einem Bild den gewünschten Charakter einer Frau darzustellen. Außerdem fand ich schon das hier auch vor allem unterschiedliche Frauentypen dargestellt wurden. Und wenn ich Frauen in einem Kartoffelsack sehen will, sehe ich mir die Flintstones an. Körperbetonte Kleidung ist vielmehr in der Zukunft ebenso ein Thema, wie es das jetzt und heute auch schon ist. Vergleicht nur mal die letzten 50 Jahre Realzeit.
Auch die angedachte Schiffszentrale gefiel mir generell recht gut.
Ich befürworte auch die Aussage von MME, das die Raumschiffe, im besonderen die SOL, keine blitzenden auf Hochglanz polierten Schiffchen im Stile von StarTrek werden sollten. Hier kann man wunderbar mit Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen spielen.
Ein Resümee
Es wurde auf dem Garching-Con definitiv klar, dass die Heft-Serie keine schlichte Umsetzung von Bild und Handlung auf das Medium Film werden soll. Dieser Ansatz ist eindeutig der richtige Weg um ein international erfolgreiches Produkt zu schaffen.
Den Machern von MME ist, und das ist ihnen durchaus hoch anzurechnen, die Meinung der Fans durchaus wichtig. Ein Umstand der nicht zwingend erforderlich wäre, wenn man das internationale Zielpublikum klar im Auge hat.
Meiner Meinung nach sollte man jedoch nicht die durchaus publikumswirksame Technik und auch das Design der Originalserie aus den Augen verlieren oder gar als nicht umsetzbar - sprich zweidimensional - abtun. Vielmehr sollte es als Herausforderung angesehen werden die Funktionalität und durchaus auch das bestehende Design einer SOL zu visualisieren und zu bereichern.
Uns allen ist klar, das eine filmische Umsetzung einer literarischen Vorlage immer mit Kompromissen und auch anders verteilten Schwerpunkten leben muss. Aber das ist auch gut so. Ich wünsche mir einfach, daß man von der TV-Serie einmal von einem faszinierten Aha-Erlebnis sprechen wird, und nicht von einer befremdlichen Gefühl und einer verpassten Chance.
Wie seht ihr die Sache. Schreibt mir eure Meinung dazu? Ich werde sie hier an dieser Stelle ungekürzt anfügen. Her mit euren Mails!
10.06.2001 - Uwe Kirchberg:
Hi Steve, allein das Foto der Sol war schon ein Schock für mich als Altleser! Eine schei* Idee! Dann wirds wahrscheinlich ne ähnliche Pleite wie der Film ....
Ganz so schwarz sehe ich es nicht. Jeder Film
kann schließlich den Film aus den 60er-Jahren toppen. ;-)
13.06.2001 - Jürgen "Nightflier" Ripperger:
Hi Steve!!Ich kann Dir nur beipflichten. Was MME aus der SOL gemacht hat ist pure Blasphemie!!! Die SOL ist DER heilige Gral der PR-Serie und darf auf keinen Fall verändert werden. Lieber sollen sie ein komplett neues Raumschiff kreiren.Ich kann nur hoffen daß die Jungs von MME die Reaktionen der Fans richtig zu deuten wissen.
FINGER WEG VON DER SOL !!!
15.06.2001 - Marco Scheloske
Haben die SOL-Verstümmeler schon mal den
Todesstern gesehen? Ach nee, geht ja nicht - eine Kugel kann man ja filmisch
nicht umsetzen... es ist ja auch nicht machbar, dann die Größe zu
visualisieren...
Oh man, vielleicht sind die Zuschauer gar nicht so dumm, wie gewisse Leute zu
glauben scheinen ?!?!?
Der Todesstern fiel mir auch gleich ein.
Unvergessen die Kampfszenen in den schluchtartigen Oberflächenstrukturen. Man
sieht auch deutlich an dem MME-Entwurf, daß man sich lediglich mit der Form,
jedoch nicht mit der Größe der SOL beschäftigt hat.
18.06.2001 - Christian
Hi. Ich liebe das Design der Kugelraumer. Nicht verworrene Formen wie bei den Star-Trek-Schiffen oder teilweise merkwürdige Konstruktionen wie im Star-Wars Universum sondern gerade als Militäreinheiten logisch durchdachte und imposant wirkende Schiffe. Das mit der Sol ist eine reine Zumutung. Ich hoffe sehr, dass sie sich das noch mal überlegen... oder wird das Design der Sol bis zur Ausstrahlung in der Heftserie auf Fernsehserie umgestellt? Bei den Raumjägern könnten sie neue Wege gehen... und ich ich würde ein paar Raumschlachten mit Jägern gerne sehen. Da könnte man meines Erachtens flexibel sein...
Eben. Man kann sich überall dort austoben, wo man nicht funktionsbedingte und somit letztlich handlungsbestimmende Technik umbaut. Es gibt auch in der Rhodan-Serie durchaus sehr unterschiedliche Raumschiffstypen. Wenn einem die besser gefallen, dann sollte man die auch nutzen, und nicht einfach den Namen SOL draufstempeln.
19.06.2001 - Dancer
Hi Steve, ich habe letztens deine Homepage
über das PR-Forum gefunden und bin echt beeindruckt. Ich habe mir vor allem
deinen Bericht über den Con 2001 und die Vorstellung der Entwürfe der
PR-TV-Serie angesehen und muss sagen: ich bin noch skeptischer als vorher.
Besonders das Design der SOL ist "etwas befremdlich". Hoffen wir, dass
die Leute von MME das nochmals überdenken.
Ja. Hoffen wir das mal sehr.
22.06.2001 - Hans Furch
Hi Steve! Die Argumentation von MME kann ich
auch nicht nachvollziehen. Die sollten sich mal allein deine Bilder der SOL
ansehen, da können sie lernen, wie man ein so imposantes Schiff in Szene setzen
kann.
Danke, danke. Aber so toll sind die auch nicht, vor allem in Anbetracht der
heutigen Möglichkeiten. Selbst ich würde inzwischen daran vieles anders
machen. Aber wieder einmal wird deutlich, dass wohl keiner die Gedankengänge
von MME so ganz nachvollziehen kann...
27.06.2001 - Michael Krause
Also wenn MME die Sol wirklich!!
dreidimensional umsetzen will, bin ich aber Gespannt. Leider ist mein Fernseher
nur zweidimensional, so dass ich wohl nicht viel davon haben werde. Und da ich
mal annehme, dass es den meisten ebenso geht, ist das Argument mit den
Raumschiffen, die nur für 2-D Darstellung geeignet sind, wohl etwas fehl am
Platz.
Aber mal Spaß bei Seite. Schaun wir uns doch mal Babylon 5 an. Da haben wir in
etwa die angedachte Größenordnung (gut die Sol ist zwei mal so groß). Das
sieht schon sehr beeindruckend aus, ohne das so seltsame Verstrebungen eingebaut
werden. Stellen wir uns z.B. vor, wie ein Schwenk an der Sol entlang gemacht
wird, der an einem offenen Hangar vorbeigeht in dem ein paar 100 Meter-Kreuzer
stehen um die einige Leute rumwuseln. Dann kann man, wenn man noch
Rechenleistung übrig hat, in die Gänge bis hin zur Zentrale wandern. Wenn das
nicht eine coole Kamerafahrt wird. Ich kann mich jedenfalls auf Anhieb nicht
erinnern, jemals in irgendeinem SF-Film etwas sooo geniales gesehen zu haben.
Naja vielleicht fühlt sich MME dem ja nicht gewachsen. Und außerdem: Wo Perry
Rhodan drauf steht muss auch Perry Rhodan drin sein, sonst nennt man das Betrug.
Ich kann schließlich auch keinen VW Golf nehmen, einen Stern drankleben und ihn
als Mercedes verkaufen.
LOL. Das ist genau das, was ich meine. Die Leute von MME machen sich die falschen Gedanken, Sie wollen an der Form herumbasteln, ohne die Möglichkeiten der Größe dieses Schiffes zu berücksichtigen.
28.06.2001 - Michael Stadlmaier
Die grundsätzlichen Ideen von MME sind im Ansatz nicht schlecht, wenn man bedenkt, daß mit dieser Mini-TV-Serie auch ein neuer "Fan-Kreis" angesprochen werden soll. Wenn ich mich als Alt-Leser jedoch mit dem SOL-Design beschäftige stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Man kann ja alles möglich an der Seire verändern - aber bitte ja nicht das "Kultstück" der Serie schlechthin. Die Argumantation von MME (für dreidimensionale Umsetzung nicht brauchbar) find ich völlig daneben.
Willkommen im Club.
29.06.2001 - Meike Kruft
Ich stimme bedingungslos zu. Ich selbst
hoffte irgendwann einmal zur PR Crew zu gehören vor allem als Zeichner.
Was ich auf den Bildern gesehen habe schockt mich. Perry Rhodan ist eine Figur
die für jeden anders aussieht. Wenn die einen miesen Schauspieler einsetzen, können
die gewiss sein das die Fans durchdrehen. Ganz zu schweigen von Atlan oder Gucky,
der hoffentlich nicht zur Plüsch-Comicfigur verkommt.
Auf den Gucky bin ich auch schon sehr gespannt. Aber der kann heute - rein im Computer geboren - ganz gut werden.
29.06.01 - Hartmut Redlefs
Die Macher sind absolute Profis? Profis wo
drin? Ist die Produktion von "Nick Knatterton" oder "The
Dome" ein Ausweis für das Vermögen einen Stoff wie PR umzusetzen? Wie
viele ähnliche Produktionen hat MME bisher vorzuweisen? Falls die Macher von
MME ohne zwingenden Grund auf die Unterstützung der Fans verzichten und sich
diese sogar noch zu Gegnern machen, sind sie schlichtweg mit dem Klammerbeutel
gepudert. Dies ist für sich allein genommen schon ein Beleg unprofessionellen
Vorgehens.
Es ist ja ganz natürlich und auch verständlich, dass gute Designer eigene
Ideen und Entwürfe umsetzten wollen. Sicher gab es auch bei frühen Entwürfen
zu z.B. den Batman-Filmen wirre Designs. Es war dann aber doch immer jemand da,
der verhinderte das der gummierte Held zum Maulwurf verkam.
Ich mache selbst Computergrafik. Nichts von dem was ich bisher auf der Leinwand
oder im TV gesehen habe, kann es auch nur ansatzweise mit den faszinierenden
Bildern aus dem "echten" PR-Universum aufnehmen die vor meinem inneren
Auge vorbeiziehen. Drastische Änderungen an den Designs sind dafür allerdings
nicht erforderlich. Ich glaube, niemand hat etwas gegen ein ästhetisches
Facelifting a la goldener Schnitt & Co. Wenn es jedoch darum geht, wirklich
atemberaubende Bilder zu komponieren, spielen diese Dinge eine untergeordnete
Rolle. Dies ist in erster Linie eine Frage der audiovisuellen Inszenierung. Natürlich
spielt dabei auch der Soundtrack eine extrem wichtige Rolle. Aber da mache ich
mir bei MME weniger Sorgen. Es gilt das einzigartige des Stoffes zu präsentieren
(andernorts als sog. Alleinstellungsmerkmal verzweifelt gesucht). Die PR-Designs
basieren auf tiefgreifenden Überlegungen technisch und wissenschaftlich
versierter Autoren und ihrer Berater. Deshalb gibt es in der PR-Welt auch
strenge Kausalzusammenhänge, die ganz im Gegensatz zur technischen Beliebigkeit
stehen, die wir aus vielen anderen Stoffen kennen. Ringwulstgetriebene
Kugelraumer sind nicht zweidimensional. Diese Bemerkung können wir getrost in
die Rubrik Verteidigungsrhetorik einordnen.
Mickey Mouse ist nun mal 'ne Maus und Donald 'ne Ente. Ein Kugelraumer* hat 'nen
Ringwulst und Gucky 'nen Schwanz. Wer das nicht einsieht, hat selber Schuld.
*Ihr wisst schon, für welche das gilt.
Vollkommene Zustimmung was die Technik des
PR-Kosmos betrifft. Hier existiert bereits eine faszinierende, wohldurchdachte
Welt. MME geht an das Thema heran, als würde es da nur ein Drehbuch geben und
noch keinerlei visuelle Umsetzung. Dabei wird die Einmaligkeit des
Technikdesigns gerade für Leute, die Perry Rhodan nicht kennen, vollkommen
über Bord geworfen.
Was MME selbst betrifft, sehe ich das nicht so negativ. Gerade weil sie mit
dieser Miniserie Fuß im internationalen Filmmarkt fassen wollen, werden sie
sehr viel Energie in das Projekt stecken. Außerdem ist mir da eine nahe
deutsche Firme lieber, als irgendein Hollywood-Produzent.